Die Sturmflutanlage

das 8. Weltwunder

Sturmflutanlage

Zeeland liegt zum größten Teil auf gleicher Höhe oder unter dem Meeresspiegel. 1953 waren die Deiche schlecht und niedrig. Die Wahrscheinlichkeit einer Überschwemmung war damals 1 mal in 80 Jahren. Dank der Sturmflutanlage ist die Wahrscheinlichkeit nun 1 mal in 4.000 Jahren. Deltapark Neeltje Jans bietet Ihnen die einmalige Gelegenheit das Bauwerk von innen und außen zu besichtigen. Beton mit einer Garantie von 200 Jahren umringt Sie, Stahltüren mit einer Breite von 45 Metern erheben sich und die Gezeiten rasen unter Ihnen hindurch. Hier muss man gewesen sein, das muss man gesehen haben!

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Betriebsweise der Anlage
Die Sturmflutanlage wird mit Hilfe eines hydraulischen Systems geschlossen. An der Länge der Hydraulischen Zylinder oberhalb der Anlage kann man sehen, wie hoch die Schütte an dieser Stelle ist. Und also auch, wie tief das Wasser an dieser Stelle ist. Das Muster der Rohre lässt ein Spiegelbild der Strömungsrinnen sehen.

Die Steuerung findet zentral statt in der Steuerkammer des ir. J.W. Topshauses. Hier wird mittels des zu erwartenden Wasserspiegels entschieden ob die Anlage offen bleibt oder geschlossen werden muss. Der Schließungspegel ist gesetzlich festgelegt auf 3.00 Meter über Normalnull.

Die Höhe des Wasserpegels wird in Metern über oder unter Normalnull (N.A.P.) ausgedrückt. N.A.P. steht für Normaal Amsterdams Peil und ist der Pegel des durchschnittlichen Hochwasserpegels des IJs in Amsterdam um 1680, als es noch in offener Verbindung zur Nordsee stand. Jetzt stimmt der N.A.P. mit dem durchschnittlichen Meeresspiegelpegel überein. In 300 Jahren ist also sowohl das Land tiefer gesunken als auch der Meeresspiegel gestiegen! Der N.A.P.- Eichpfahl befindet sich unter De Dam in Amsterdam.

Wenn der zu erwartende Wasserpegel die 3.00 Meter Marke erreichen oder überschreiten wird, dann beschließt das Schließungsteam der Straßen- und Wasserbaubehörde die Anlage zu schließen. Mit einem Knopfdruck wird die Schließung in Gang gebracht. Wenn niemand dort ist um die Entscheidung zu fällen und um den Knopf zu betätigen, übernimmt das Notsystem. Der Computer startet in diesem Fall die Schließung sobald der Wasserpegel die 3.00 Meter Marke erreicht.

Seit der Gebrauchnahme 1986 ist die Anlage insgesamt 27 mal geschlossen worden, weil der zu erwartende Wasserpegel die 3.00 Meter Marke über Normalnull (N.A.P.) erreichte oder überschritt.

Bau der Sturmflutanlage
Der Bau der Sturmflutanlage begann 1979.

Neeltje Jans: Arbeitsinsel

In den Rinnen Hammen, Schaar und Roompot wurden insgesamt 65 Pfeiler mit dazwischen 62 Schütten plaziert. Im Rahmen von vorhergehenden Plänen waren die Untiefen in der Mündung der Oosterschelde bereits zu Inseln erhöht worden. Die Insel Neeltje Jans wurde nun als Arbeitsinsel eingerichtet, von wo aus die Arbeiten angegangen wurden.
Hier wurden auch die Fertigelemente gebaut: die Pfeiler, die Schwellenbalken, und die Fundamentmatten. Zusätzlich war Neeltje Jans auch Lagerplatz für die Steine die später um die Pfeiler herum ausgekippt wurden.

Spezielles Material
Speziell für den Bau der Anlage wurde eine Anzahl von Arbeitsschiffen entworfen und gebaut: die Ostrea, die Macoma, die Mytilus und die Cardium.

Pfeiler
Die Pfeiler wurden in den entwässerten Baudocks auf Neeltje Jans gebaut. Sobald der letzte Pfeiler fertiggestellt ist, wird der Deich durchgestoßen und stehen die Pfeiler in ungefähr 15 Meter tiefem Wasser. Das Hebeschiff Ostrea nimmt den Pfeiler auf, transportiert ihn zu seiner eigenen Stelle in der Anlage und stellt ihn zusammen mit der Macoma auf wenige Zentimeter genau auf das Fundament.

Die Macoma sorgt während der Platzierung auch dafür, dass kein Sand zwischen den Fuß des Pfeilers und das Fundament kommt. Wenn die Pfeiler plaziert sind werden sie in eine Unterwasserschwelle von Schotter eingebettet. Letztendlich ist eine Menge von ungefähr 5 Millionen Tonnen Schotter verarbeitet, die über einen Zeitraum von 4 Jahren angeliefert und gelagert werden auf Neeltje Jans. Im ursprünglichen Entwurf der Sturmflutanlage waren 63 Schütten und 66 Pfeiler geplant. Wegen der höheren Kosten des Baus wurde die 63. Schütte eingespart. Pfeiler Nummer 66 ist jedoch trotzdem gebaut und wurde der Universal-Einsetzbare-Pfeiler (U.I.P.) genannt. Wenn mit einem der Pfeiler etwas verkehrt laufen würde während des Transports oder der Platzierung, dann wäre der U.I.P. als Reserve vorhanden. Alles verlief allerdings reibungslos und der U.I.P. wurde niemals von seiner Stelle gerückt. Inzwischen fungiert er als Kletterobjekt.

Fundament
Die Sturmflutanlage wurde in stark strömendem Wasser gebaut. Ein gutes Fundament ist dafür äußerst wichtig. Die Anlage darf natürlich nicht absacken oder sich verschieben.

Die Mytilus ist mit großen Innenvibratoren ausgestattet. Einer dieser Vibratoren ist in der Freiluftausstellung des Deltaparks Neeltje Jans zu sehen. Die Vivratoren sorgen für eine zunehmende Verdichtung der Sandlage, wodurch diese härter wird.

Zwei Fundamentmatten unter jedem Pfeiler sorgen für maximale Stabitilät. Die Matten wurden in der Mattenfabrik auf Neeltje Jans produziert. Die Cardium rollt die Fundamentmatten langsam über dem Boden aus. Mehr Informationen über den Bau der Oosterscheldeanlage kann man in dem Film Delta Finale sehen. Dieser Fil ist ununterbrochen in einem der Filmsäle des Hauptgebäudes zu sehen.

Schütten
Die 62 Schütten sind aus Stahl und fast 42 Meter lang. Die Höhe ist unterschiedlich je nach Wassertiefe der Strömungsrinne an seiner Stelle; sie reicht von 6 bis zu beinah 12 Metern.

Der Bewegungsmechanismus ist ein hydraulisches System. Jede Schütte wird mit Hilfe zwei hydraulischer Zylinder bewegt. Die Steuerung des Systems erfolgt vom ir. J.W.Topshaus aus.

Überbau
Nachdem die Unterwasserschwellen angebracht sind wird der Überbau der Anlage fertig gestellt. Erst werden die Verkehrsröhren angebracht; röhrenförmige Balken, die die Wegdecke über die Anlage tragen und in denen die Bewegungsapparate untergebracht werden. Dann folgen die Aufsätze auf die Pfeiler, die die Pfeiler dort erhöhen, wo die Schütten aufgehängt werden. Gefolgt vom Schwellenbalken, der auf die Unterwasserschwelle plaziert wird.
Schließlich formen die oberen Balken die oberste Abgrenzung der Öffnungen, durch die das Wasser strömen kann und die mit den Schütten abgeschlossen werden können.

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Volgende show: 13:30 uur - Dolfijnenshow
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